Kriegsdienstverweigerung: Beratung, Gewissen und persönliche Entscheidungen

Interview im Sonntagsblatt mit Claudia Kuchenbauer: "Solche Sätze gehen einem nahe" 

Seit dem Ukrainekrieg steigen die Anfragen zur Kriegsdienstverweigerung deutlich. Die evangelische Theologin Claudia Kuchenbauer erklärt, wer Beratung sucht, was als Gewissensgrund zählt – und warum viele Fragen erst jetzt mit voller Wucht auftauchen.

Hier können Sie das Interview aus dem Sonntgsblatt nachlesen.

Ökumenische FriedensDekade 2026

Plakat Ökumenische FriedensDekade 2026
Bildrechte Ökumenische FriedensDekade

Das Jahresmotto „couragiert widerständig“ der FriedensDekade 2026 setzt mit dem Siegermotiv von Olaf Warburg ein starkes Zeichen für Freiheit: Zwei Friedenstauben durchbrechen Gitterstäbe als Symbol für den Ausbruch aus der Logik von Angst und GewaltIn seinem Leitimpuls ordnet Vorstand Jan Gildemeister das Motto als notwendigen Widerstand gegen wachsende Militarisierung und Aufrüstung einDer Text fordert dazu auf, das eigene Gewissen zu schärfen, aktiv für Menschenrechte einzutreten und gewaltfreie Alternativen zur „Kriegstüchtigkeit“ zu stärkenDamit schlägt die FriedensDekade 2026 eine Brücke zu mutigen Widerstandsbewegungen weltweit.

"Die Welt in Unordnung - Gerechter Friede im Blick"

Friedensdenkschrift EKD
Bildrechte ELKB

Zusammen mit der Evangelischen Stadtakademie Nürnberg ist es uns gelungen am 19.1. ein hochkarätiges Podium zur neuen Friedensdenkschrift der EKD zu gewinnen: 

Prof. Dr. Reiner Anselm, Lehrstuhl für Theologische Ethik an der LMU München, Vorsitzender des Redaktionsteams der Friedensdenkschrift der EKD

Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, Landesbischof der Evangelischen Kirche in Baden i.R., Vorsitzender der AGDF - Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden 

Generalmajor Ruprecht von Butler, Heereskommandeur der Bundeswehr, Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland

 

Eine Teilnahme ist kostenlos und auch online möglich.

Eine Anmeldung ist erforderlich und kann bequem über die Homepage der Evangelischen Stadtakademie erfolgen.

EAK: Bei Entscheidung für oder gegen den Wehrdienst ist Gewissensbildung wichtig

Evang. Friedensarbeit
Bildrechte Evang. Friedensarbeit

Mit dem neuen Wehrdienst-Modernisierungsgesetz, das heute vom Deutschen Bundestag verabschiedet wurde, kommt nach Ansicht der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) dem Gewissen eine große Bedeutung zu. Sei es für die Entscheidung für einen Wehrdienst oder für eine Kriegsdienstverweigerung.

Welt in Unordnung - gerechter Friede im Blick

Friedensdenkschrift EKD
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Mit der neuen Friedensdenkschrift positioniert sich die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) neu zu den Fragen von Krieg und Sicherheit in einer Zeit wachsender Konflikte. Im Zentrum der Denkschrift steht das Leitbild des "Gerechten Friedens". Es umfasst vier Dimensionen: den Schutz vor Gewalt, die Förderung von Freiheit, den Abbau von Ungleichheiten und den friedensfördernden Umgang mit Pluralität.
Die Denkschrift wurde im Auftrag des Rates der EKD von einem friedensethischen Redationsteam erarbeitet.

Eine Rezension von Martin Tontsch finden Sie hier.

Kulmbach weckt den Frieden

Zentraler Friedensgottesdienst
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Kulmbach hat den Frieden geweckt 

Beachtliche Akzente hat das Dekanat Kulmbach als Schwerpunktdekanat der Ökumenischen FriedensDekade 2025 unter dem Motto "Komm den Frieden wecken!" gesetzt: Mit einer Vorstellung der brandneuen Friedendenkschrift der EKD durch Prof. Dr. Reiner Anselm, einem Vortrag des Psychologen und Extremismus-Experten Ahmad Mansour, einem Peace-Dinner mit Studierenden aus zehn Nationen, einem Friedenstag für Kinder am Buß- und Bettag, einem multireligiösen Friedensgebet, einem Friedensgottesdienst mit Regionalbischöfin Berthild Sachs und zahlreichen anderen Veranstaltungen. 

Wehrdienst oder Kriegsdienstverweigerung?

Broschüre Wehrdienst oder Kriegsdienstverweigerung
Bildrechte Evangelische Friedensarbeit

Junge Menschen setzen sich zunehmend mit der Frage nach Krieg, Friede und ihrer eigenen Haltung dazu auseinander. Viele stellen sich in der aktuellen Diskussion um den Einsatz militärischer Gewalt und die Wiedereinführung der Wehrpflicht die Frage, ob sie bereit seien, einen Wehrdienst zu leisten oder ob sie vom Recht auf Kriegsdienstverweigerung Gebrauch machen möchten. Um hier den jungen Menschen eine Hilfestellung zu geben, hat die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) eine Broschüre „Wehrdienst oder Kriegsdienstverweigerung? Finde DEINEN Weg!“ herausgegeben, die beim Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hannover offiziell vorgestellt wurde.

„Wehrdienst oder Kriegsdienstverweigerung, das ist nicht nur eine rechtliche Frage, das ist auch eine tief persönliche. Letztlich geht es um die Frage; Bist du bereit, in den Krieg zu ziehen?“, unterstreicht Landesbischof Friedrich Kramer, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Er freue sich über diese Broschüre, denn sie könne dabei helfen, die eigene Haltung zu diesem Thema zu finden und zu verstehen, welche Optionen einem offenstehen würden, wenn man sich für den Weg der Kriegsdienstverweigerung entscheide, so Kramer.

Neben Anhaltspunkten zu Fragen wie „Was ist das Gewissen? Was ist Krieg und was ist Frieden?“ und den nötigen rechtlichen Informationen bietet diese Broschüre, die auch auf der Homepage der Evangelischen Friedensarbeit (http://www.evangelische-friedensarbeit.de) und der EAK (http://www.eak-online.de) heruntergeladen werden kann, auch mehrere Einblicke in persönliche Perspektiven von Menschen, die sich mit diesen Fragen intensiv beschäftigt haben. Dies soll eine Grundlage sein für eine eigene, gut informierte Entscheidung.

„Der Weg zur Kriegsdienstverweigerung ist ein tief persönlicher und ethisch entscheidender. Es geht darum, auf das eigene Gewissen zu hören und sich bewusst zu machen, wie man für den Frieden einstehen kann“, betont Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf vom Zentrum Oekumene der Evangelischen Kirchen in Hessen-Nassau und von Kurhessen-Waldeck. Ihre Hoffnung ist, dass diese Broschüre hilft, dass sich junge Menschen mit den wichtigen Fragen auseinandersetzen und dann eine eigene Entscheidung zu treffen, meint sie.

„Wir haben das Thema gemeinsam, aus unterschiedlichen Perspektiven und mit einiger Erfahrung in der KDV-Beratung betrachtet. Darum schwingen auch die Überlegungen und Erfahrungen aus unserer kirchlichen Friedensarbeit mit“, erklärt Gregor Rehm, der Friedensbeauftragte der Evangelischen Kirche der Pfalz. Und er fügt hinzu: „Unsere Aufgabe war es, nicht nur rechtliche und historische Fakten zu vermitteln, sondern auch die Leserinnen und Leser zum Nachdenken anzuregen sowie Impulse zu geben, wie Verantwortung für den Frieden in einer komplexen Welt übernehmen werden kann, so Rehm. Gemeinsam mit Sabine Müller-Langsdorf hat er diese Broschüre verfasst.

„Frieden beginnt dort, wo Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, den Dialog zu suchen und sich für Verständigung und Gerechtigkeit einzusetzen“, macht Landesbischof Friedrich Kramer deutlich. Er hoffe, dass diese Broschüre Impulse gebe, sich mit diesen Themen kritisch auseinanderzusetzen und auch Mut geben, für eine friedliche Zukunft einzustehen, so der EKD-Friedensbeauftragte.

Ökumenische FriedensDekade 2025

Friedenskirche Kulmbach
Bildrechte cc

Dekanat Kulmbach wird Schwerpunktdekanat

Am 09. November 2025 wird die diesjährige Ökumenische FriedensDekade im Schwerpunktdekanat Kulmbach eröffnet.
In den folgenden zehn Tagen bis Buß- und Bettag wird in zahlreichen Veranstaltungen in ganz Bayern deutlich, wie Friedensarbeit als Querschnittsaufgabe kirchlichen Handelns wahrgenommen wird.

Ökumenische FriedensDekade 2025
Bildrechte Ökumenische FriedensDekade e.V.